Gunter Steidinger Unternehmensberatung in Zentraleuropa
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18.02.2010 StrategieDialog: Bausteine einer Berufs- & Lebensstrategie Hotel Concorde Donaueschingen
18.03.2010 StrategieDialog: Die Zielgruppen-MorphoLogik Hotel Concorde Donaueschingen
Was ist nur los bei uns?
Freitag, 29. Mai 2009

Haben Sie noch Lust auf News (bei uns heißen sie Nachrichten)? Nein?

Schauen Sie noch gern Talkshows mit Politikern und Wirtschaftsführern an? Nein?

Was ist nur los mit /bei uns?

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Überall schlechte Stimmung, Ratlosigkeit, Probleme. Und das Schlimmste: Immer noch dieselben Rezepte und Ratschläge. Angeblich hat die Krise eine Qualität und Dimension wie noch nie. Aber man versucht, die Probleme mit den Paradigmen, Methoden und Techniken zu lösen, die uns die Krise eingebrockt oder sie zumindest nicht verhindert haben !

Es ist doch nicht so, dass die gegenwärtige kritische Situation über uns gekommen wäre wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Nein, wir wollten die Früherkennungssignale nicht wahrnehmen. Seit Jahren wissen wir um die Überkapazitäten in 'Systembranchen', hatten aber keine anderen Paradigmen als Wachstum und Größe. Und das Beste: Genau die politischen und wirtschaftlichen Gremien und Top-Leute, die jetzt in jeder Talkshow auf die Manager und die Finanzexperten schimpfen, haben vor ca. zehn Jahren erst durch neue Gesetze und Verordnungen den Weg für die Finanzprodukte und Verfahren frei gemacht, die heute als Ursachen der Krise gelten.

Da haben doch einfach wesentliche Leute versagt, ihr Handwerk nicht gelernt.

Die jetzige Entwicklung offenbart erschreckende Mängel im Umgang mit komplexen Geschehnissen und deckt schonungslos ebenso erschreckende handwerkliche Defizite bei Managern, Unternehmern, Führungskräften und Politikern auf.

Es ist doch eine Schande, dass Unternehmen, die im vorigen Jahr Milliardengewinne auswiesen und Millionen an ihre Manager auszahlten, heute - weniger als ein Jahr später - nach dem Staat rufen und das Ergebnis ihrer Fehler vergesellschaftlichen wollen. Gibt es denn keinen Anstand mehr in Wirtschaft und Politik? Sind alle Tabus dem Shareholder-Value geopfert worden?

Lassen Sie uns den Fokus richtig und scharf einstellen.

Da haben doch schlicht Leute, die in Unternehmen, Verbänden und Politik Macht in der Hand haben, ihr Handwerk nicht gelernt. Viele 'Top-Leute' kennen sich in allen Meta-Sphären der internationalen und globalen Finanzströme und Managementtheorien aus. Aber wenn es darum geht, im Alltag richtig und gut zu managen, dann versagen sie:

  • Da werden Ziele nach Lust und Laune formuliert, die nichts mit der Funktion und Leistungsfähigkeit des Unternehmens zu tun haben.
  • Da werden existenzielle Entscheidungen sekundenschnell zwischen Tür und Angel und ohne jede Systematik getroffen - aber die Farbe der Teppichböden in den neuen Büros steht fünfmal auf der Tagesordnung der Vorstandssitzung!
  • „Die richtige Frau /den richtigen Mann an den richtigen Platz!“ kann jeder zitieren, doch dann wird nach wie vor mit der Gieskanne 'motiviert', ein und dasselbe Rhetorik-, Management- oder Verkaufstraining durchgeführt, so als ob es keine individuellen Fähigkeiten zu fördern gäbe.

Wäre es nicht an der Zeit in sich zu gehen, bescheidener zu werden und als Unternehmer, Manager, Führungskraft oder Berater erst einmal sein Handwerk zu lernen, das Handwerkszeug zu perfektionieren und kompromisslos richtig und gut zu managen?

 

 
Nur neue Leitbilder führen aus der Krise!
Montag, 23. Februar 2009

Wer´s noch nicht begriffen hat, wird es bald schmerzlich erfahren: Was wir momentan in Wirtschaft und Politik erleben, ist keine 'normale' Konjunkturdelle, aber auch keine Krise! Es ist der Beginn einer tief greifenden und umfassenden Transformation. Gesellschaft, Wirtschaft und Politik werden sich grundlegend wandeln.

Staatstragende Branchen wie Automobil und Banken sind am existenziellen Limit angelangt, ganze Staaten (nicht nur Bananenrepubliken, auch große) stehen vor dem Bankrott. Ganz schlimm: Man versucht, die Probleme mit genau den Methoden und Instrumenten zu lösen, die sie uns eingebrockt haben. Das bringt keine Wende zum Guten.

Die moderne Betriebswirtschafts- und Managementlehre haben sich erfolgreich bemüht, den finanziellen Gewinn zum Hauptziel alles privaten und beruflichen Handelns zu machen. Die Überdosierung (Gier) führt nun dazu, dass sich das Erfolgssystem selbst zerstört. BWL und Managementlehren haben sich ihre eigenen 'Gesetze' geschaffen, die zum Teil gegen die Naturgesetze stehen.

Wer gegen von Menschen geschaffene Gesetze verstößt, wird nur bestraft, wenn er erwischt wird. Wer gegen Naturgesetze verstößt, wird unausweichlich bestraft, früher oder später. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen. Selbst so unverdächtige Experten wie der Chefvolkswirt der Dresdner Bank prognostizieren mittlerweile einen Rückgang der Wirtschaft um mehr als fünf Prozent.

BWL und Managementlehre stecken gemeinsam mit der Politik in einer Sackgasse.
Aus der kommen wir nur heraus durch einen grundlegenden Wandel. Wir müssen an der Quelle ansetzen, an der Ur-Sache, das heißt an unseren Leitbildern und Paradigmen, um dann die Methoden und Regeln zu ändern. Es geht um strategische Entscheidungen, die den Charakter einer Wasserscheide haben. Nur wenige Meter entscheiden, ob ein Bach Richtung Donau oder Rhein fließt, doch dann geht es hunderte und tausende Kilometer in dieselbe Richtung.

Managementkybernetik und die systemische Wissenschaft können uns helfen. Leute wie Dörner, Drucker, Gälweiler, Malik, Mewes und Vester haben Überzeugungen, Leitbilder und Methoden entwickelt, die jetzt helfen und sich bald als Pionierarbeiten für eine neue Zeit erweisen werden.

Stimmen Sie zu? Oder sehen Sie das völlig anders? Ich freue mich auf Ihre Kommentare !

 
Haben wir wieder nichts gelernt?
Mittwoch, 14. Januar 2009

Gier
Unser Denken in Wirtschaft & Politik?
Im Oktober und November 2008 schien die (ökonomische) Welt noch unterzugehen. Jeden Tag gab es neue Hiobsbotschaften von neuen Kursstürzen, schlechten Firmenbilanzen und Zusammenbrüchen.

Die Folge: Hektische Betriebsamkeit allerorten, vor allem in der Politik.

Ungeheure Milliardenprogramme wurden beschlossen, um den Banken und Automobil-Unternehmen unter die Arme zu greifen. Also genau den Branchen, die die Krise zuvor überhaupt erst ausgelöst haben! Nun ist eine stille Verstaatlichung ist im Gang, obwohl uns die Erfahrung eigentlich gelehrt haben sollte, dass Politiker nicht in der Lage sind, Unternehmen zu leiten. Sind es nicht gerade die öffentlich kontrollierten Landesbanken und andere staatliche Ableger, die sich als besonders unfähig erwiesen haben?

In Detroit versprechen derweilen die Automanager, dass die Krise im Sommer dieses Jahres wieder vorbei sei, dass es wieder aufwärts gehe. Und unsere Kanzlerin rechtfertigt die Konjunkturprogramme mit dem Hinweis, dass „alles wieder so werden solle wie vor der Krise!“

Deshalb gibt es jetzt in allen Ländern staatliche Maßnahmen zur Ankurbelung der Konjunktur. Einzige Absicht ist es, den Konsum anzutreiben und Wachstum zu erzeugen.

Wachstum - das unumstößliche Paradigma Nummer Eins in Politik und Wirtschaft! Noch vor kurzem beklagte man die Gier der Manager und Menschen, die uns in die Krise getrieben haben soll. Aber schon jetzt, ein Vierteljahr später, erhalte ich wieder tagtäglich die Angebote via Internet, Fernsehspot und Anzeige, die „mehrere hundert Prozent Gewinn pro Jahr“ versprechen!

Ja, haben wir denn nichts gelernt? Soll tatsächlich alles wieder so werden, wie vor der Krise? Damit wir dieselbe Krise wieder bekommen!? Wann begreifen wir endlich, dass es eben nicht so weitergehen darf wie bisher, weil wir sonst immer häufigere und brutalere Krisen ernten werden. Wir brauchen nicht die Wiederherstellung alter Bedingungen, wir brauchen Innovation, neue Denkmodelle und Paradigmen. Das Wachstumsparadigma hat ausgedient, es treibt uns in immer schlimmere Krisen.

Wir brauchen andere, neue Visionen und Modelle für Wirtschaft, Gesellschaft und Politik. Nicht Wachstum, sondern Veränderung, Innovation, Anpassungsfähigkeit sollten wir uns zum Ziel setzen - so wie die Natur es uns vormacht. Sie ist das größte und komplexeste System, das wir kennen, produziert jedes Jahr Milliarden Tonnen Biomasse, verwertet sie ohne Rest durch ein perfektes Recycling, und kommt seit Milliarden Jahren mit denselben Rohstoffen aus. Es kommt nichts von außen hinzu, nur die Sonnenenergie. Dieses System erzeugte eine unfassbare Artenvielfalt, Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Auch das ist Wachstum - aber qualitatives, nicht quantitatives!

Warum diskutieren wir in den TV-Talkshows, auf Kongressen, in Seminaren und an den Hochschulen nicht darüber? Wo sind die Menschen, die uns als Leitfiguren bewegen könnten? In allen bisherigen Phasen der Menschheitsgeschichte gab es Veränderer. Menschen die etwas riskierten, gegen den Strom schwammen und die Welt veränderten.

Die fehlen uns heute! Stattdessen plappern diejenigen, die öffentlich Gehör finden, zum weit überwiegenden Teil nur nach, was die Masse denkt und hören will. Konsum und Wachstum werden also auch 2009 das Denken und Handeln in Wirtschaft und Politik lenken.

Ein Schelm, wem dabei das Wörtchen Gier in den Sinn kommt!

 
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